Duo Orlando Gialluca

"Was glaub ich, wer ich bin" - Comedy

7.2.19, Peterskirche, Vaihingen an der Enz
Annalisa Orlando & Marco Gialluca: „Unendlichkeit“ In Zusammenarbeit mit der CJD Jugendmusikschule Johann Sebastian Bach: Sonate für Geige und Klavier BWV1015 in A-Dur Olivier Messiaen: „Louange à l’immortalité de Jésus“ aus „Quator pour la fin du temps“ Heinrich Ignaz Franz Biber: Passacaglia in G-Moll C.105 Tōru Takemitsu: “Far Away” César Franck: Sonate in A-Moll Das Unendliche von Giacomo Leopardi (Übersetzung von Hanno Helbling) Lieb war mir stets hier der verlass′ne Hügel und diese Hecke, die vom fernsten Umkreis so viel vor meinem Blick verborgen hält. Doch hinter ihr-wenn ich so sitze, schaue, endlose Weiten, formt sich dort mein Denken, ein Schweigen, wie es Menschen nicht vermögen, und tiefste Ruhe; da verlernt die Seele das Fürchten bald. Und wenn des Windes Rauschen durch diese Bäume geht, halt ich die Stimme dem Schweigen, dem unendlichen, entgegen, ihm zum Vergleich: des Ewigen gedenk ich, der toten Jahreszeiten und der einen, die heute lebt und tönt. Und so versinken im Unermesslichen mir die Gedanken, und Schiffbruch ist mir süß in diesem Meere. Leopardis Gedicht „L’Infinito“ gehört zu den berühmtesten Werken italienischer Dichtkunst. Mit kunstvollen Bildern spricht es das innerste Empfinden an und offenbart damit eine poetische Interpretation der Unendlichkeit. Unerreichbarkeit und Verlangen sind die zentralen Aspekte, die auch das heutige Programm prägen. Der Wunsch nach Überwindung von Hindernissen spiegelt sich besonders in Bachs Spiritualität wieder: Gottes Unendlichkeit durchdringt uns Menschen – und trotzdem ist Gott selbst nicht fassbar, ungreifbar weit entfernt. Die „Passacaglia“ aus der Rosenkranzsonate von Biber verkörpert diese spirituelle Unendlichkeit auf eine andere Weise: Durch die konstante Wiederholung des Bassthemas wird das hingebungsvolle Gebet mit dem Rosenkranz zu einem endlosen Kreis. In Takemitsus „Far Away“ wird ein weiterer poetischer Aspekt deutlich: Die Musik bringt den Hörer in eine andere Welt und erweckt damit einen unerreichbaren Horizont. Wunsch und Realität sind jedoch durch Barrieren getrennt, die wir nicht überwinden können. Barrieren, wie sie auch Messiaen kennenlernen musste, als er sein „Quator pour la fin du temps“ im Kriegsgefangenenlager komponierte, hindern uns an der physischen Erreichbarkeit eines Ortes. Aber unsere Imagination bleibt endlos. Und so überwindet die Violine im „Lobpreis der Unsterblichkeit Jesu“ die irdischen Fesseln und steigt empor in die befreiende Unendlichkeit der Hoffnung. Einlass: 19.30 Uhr Veranstalter: Stadt Vaihingen an der Enz
Eintrittspreis:
Preise: VVK: 22€, 18€ (erm.), AK: 24€, 20€ (erm.)