Verwandlungen

24. Januar 2021
CongressCentrum Pforzheim | Am Waisenhausplatz 1 | Pforzheim
3. Abonnementkonzert Werkeinführung: 18.00 Uhr Südwestdeutsches Kammerorchester Pforzheim Vasco Dantas, Klavier Leitung: Chefdirigent Douglas Bostock
Verwandlungen
Joseph Haydn (1732-1809): Sinfonia zur Oper "Lo speziale" (Der Apotheker) Hob Ia:10 Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791): Klavierkonzert Nr. 9 Es-Dur KV 271 „Jeunehomme“ Wolfgang Amadeus Mozart: Sinfonia zur Oper „La finta Giardiniera“(Gärtnerin aus Liebe) KV 207a Joseph Haydn: Sinfonie Nr. 53 D-Dur "L‘Imperiale" Hob I:5 mit drei alternativen Finalsätzen Joseph Haydn und Wolfgang Amadeus Mozart repräsentieren bis heute die Wiener Klassik, die sie selbst zur Blüte geführt haben. Dieses Konzert lädt ein zu einem spannenden Blick in die Kompositionswerkstatt und zeigt: Auch wenn damals noch nicht alle Zeitgenossen ahnten, welche überragenden Genies da wirkten, die Werke Mozarts und Haydns waren doch so gefragt, dass beide zusehen mussten, ihr kompositorisches Schaffen möglichst ökonomisch zu nutzen. Da ist erst einmal Haydns Ouvertüre zur Oper „Lo Speziale“, von der mancher annimmt, sie sei eigentlich für „La vera costanza“ bestimmt gewesen - Werke wieder zu verwenden war schließlich eine probate „Sparmaßnahme“. Mozart verfuhr noch offensiver mit seiner Ouvertüre zu „La Finta giardiniera“: Er nahm nach Abspielen der Oper die beiden Ouvertürensätze, ergänzte sie durch ein spritziges Finale und fertig war die neue, prickelnde Sinfonie. Ebenfalls in Mozarts Werkstatt finden wir das Klavierkonzert Es-Dur, das er 1777 nicht für sich, sondern für die Pianistin Mademoiselle Jeunehomme komponiert hatte, und mit dem er nicht nur ihr viel Gelegenheit gab, ihre Virtuosität und ihren musikalischen Tiefgang zu beweisen, sondern auch seine eigene Kraft im Zeichen von Sturm und Drang. Und Joseph Haydn? Der tüftelte zur gleichen Zeit an seiner 53. Sinfonie und konnte sich nicht entscheiden, wie sie denn enden solle – weswegen wir drei verschiedene Finalsätze haben, die in diesem Konzert alle erklingen! Mögen die Hörer entscheiden! Der junge portugiesische Pianist Vasco Dantas studierte in London und in Deutschland, gewann über 50 Preise, gab kürzlich sein Debüt in der New Yorker Carnegie Hall und ist inzwischen international gefragt. Mit warmherzigen Interpretationen, feinsinnigem, natürlichem Musizieren, viel Poesie, in den Farben nuancenreichem und ehrlichem Spiel spricht er laut einer Kritik das Herz des Zuhörers an - was will man mehr?
◄ zurück zur Liste